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Nirgendwo Geschlechtertrennung – ist das tatsächlich Gleichberechtigung?

Auch wenn die Primaten unter den Männern über meinen Artikel über Gleichberechtigung wettern werden – Ich schreibe ihn in erster Linie für die Frauen.

 

Ich will die Frauen ein wenig daran erinnern, was es bedeutet, Frau zu sein und dass Gleichberechtigung nicht bedeutet, dass sie nur dann gleichberechtig sind, wenn sie sich wie Männer verhalten und handeln, wie es heutzutage oft der Fall ist.

 

Und nein, ich bin kein Befürworter des Gender-Wahn, der für mich eher viel zu abstrus erscheint, als dass ich ihn für wirklich nützlich halte. Ich brauche keine Jesa am Kreuz oder irgendwelche nutzlosen Wort-Verrenkungen der deutschen Sprache, um mich als vollwertiger Mensch zu fühlen.

 

Wie kam ich auf das Thema Gleichberechtigung und Geschlechtertrennung?

 

Zu meiner Ausbildung in alternativer Therapie gehörte auch eine Mann-Frau-Gruppe. Nicht nur ich erwartete das übliche Mann-Frau Beziehungs-Gedöns. Umso mehr wunderte ich mich, dass zuerst Männer und Frauen für eine Woche lang ganz streng voneinander getrennt wurden und keinerlei Kommunikation miteinander haben durften.

 

Das Erstaunlichste daran war etwas, womit gerade die Frauen zuerst rein gar nicht gerechnet haben. Sie wollten allesamt am Ende dieser Woche am liebsten gar nicht mehr in den ununterbrochenen, als anstrengend und gegen ihre Natur empfundenen Geschlechter-Mischmasch zurück. Sie wollten am liebsten weiterhin unter sich bleiben, während die Männer sich regelrecht auf uns Frauen stürzen wollten.

 

Viele dieser Frauen merkten, dass sie in einer reinen Frauengruppe ganz anders waren, als unter Männern. Als wenn etwas hervor käme, was sie schon längst vergessen haben. Sie wurden mit jedem Tag entspannter, weicher, sanfter, gelassener, sozialer, leichter, fröhlicher, freundlicher und weiblicher.

 

Sie rückten ihre Betten zusammen, kuschelten miteinander und pflegten und massierten sich gegenseitig. Kein Kampf um den besten Schlafplatz, frau arrangierte sich freundlich miteinander. Keine lüsternen Blicke, wenn man unter der Dusche stand und auch keine Scham, weil man nicht den perfekten Körper hatte. Kein Kampf um Männer. Die Frauen fühlten sich geschützt vor der als knallhart empfundenen Männerwelt.

 

Für mich war es so, als wüsste ich zum ersten Mal in meinem Leben, was es bedeutet, Frau zu sein. Das erste Mal in meinem Leben habe ich mich als Frau gefühlt. Ich durfte einfach nur Frau sein. Das war regelrecht himmlich und das nicht nur für mich.

 

Als kürzlich auf Facebook von Männern darüber gewettert wurde, dass die Bahn extra Frauenabteile einrichten wollte, als Schutz vor sexuellen Belästigungen und sie das als Rückschritt für unsere Kultur bezeichneten, fiel mir diese Mann-Frau-Gruppe wieder ein. Als ich mich positiv über Frauenabteile äußerte, dass ich so etwas begrüßen würde, wurde ich, wie erwartet, als männerfeindlich bezeichnet.

 

Die Männerhasser-Keule ist genau so sicher wie die Nazikeule für selbständig denkende Menschen mit einer eigenen Sichtweise – So sicher wie das Amen in der Kirche.

 

Warum wurde die Geschlechtertrennung von Frauen als so bereichernd empfunden?

 

Frauen sind nun einmal anders. Da hilft auch keine aufgedrückte Gleichmacherei. Frauen arbeiten anders, Frauen organisieren anders, Frauen reden anders miteinander, Frauen nehmen diese Welt anders wahr, Frauen denken anders, Frauen fühlen anders……… Deshalb werden sie in einer nach männlichen Regeln organisierten Welt niemals gleichberechtigt, sondern immer nur benachteiligt sein. Frauen sind nun einmal die schlechteren Männer.

 

Seit dieser Mann-Frau-Gruppe genieße ich es durchaus auch mal, nur unter Frauen zu sein. Ich kenne viele Frauen, die das als pure Entspannung und Erholung empfinden, einfach auch mal nur unter Fauen zu sein und damit meine ich nicht den typischen Kaffeeklatsch oder Tratsch.

 

Seitdem liebe ich persische Frauenfeste, an denen sich Frauen füreinander schön machen und derart ausgelassen miteinander feiern, wie sie es niemals unter Männern tun. Das gleiche erlebe ich mit meinen regelmäßigen Frauentreffen mit meinen Freundinnen, mit Sekt und Antipasti, anstatt Kaffee und Kuchen.

 

Ich liebe die Wochenenden, an denen nur die Frauen miteinander verreisen, meistens von persischen Frauen organisiert. Das hat eine ganz andere Qualität, als der ständige Geschlechter-Mischmasch. So entspannt komme ich sonst nicht wieder nach Hause zurück, als nach so einem reinen Frauenurlaub. Besonders als Mutter war das Entspannung pur, denn meine Tochter hatte nicht nur mich alleine als Mutter, sondern 12 – 20 Mütter, die sich liebevoll um sie kümmerten.

 

Es ist anstrengend, als Frau ununterbrochen in einer patriarchalen, nach rein männlichen = hierarchischen Strukturen organisierten Umgebung zu leben, wo man besonders als Frau ständig um seinen Status in der Hierarchie kämpfen muss, um nicht unterzugehen. Die Sprache ist hierarchisch, der Umgang ist hierarchisch. Für mich ist das diskriminierend, ständig ein Mann in einem Frauenkörper sein zu müssen, um als „emanzipiert“ zu gelten.

 

Typische Frauenarbeiten wie Haushalt, Kinder großziehen usw. gelten in unserer ach so gleichberechtigten Kultur nichts, werden nur schlecht oder überhaupt nicht bezahlt und müssen von den meisten deutschen Frauen mittlerweile nur noch so ganz nebenher erledigt werden, während sie Karriere machen. Was für eine Bereicherung!

 

Mir kann man diesen Bullshit nicht mehr als Gleichberechtigung verkaufen. Für mich ist Gleichberechtigung, wenn Frau als Frau gleichberechtigt ist und nicht, wenn sie sich ständig wie ein Mann verhalten muss, um ernst genommen zu werden oder man auf sie schon mitleidig herabblickt, wenn sie „nur“ Hausfrau und Mutter ist.

 

Entweder ist man in unserer Kultur als Frau ein Mann oder ein domestiziertes Homo sapiens-Weibchen, aber niemals Frau. Ich werde niemals die entsetzten Gesichter der Männer vergessen, als sie den Frauen am Ende der Geschlechtertrennung gegenüber saßen und sahen, wieviel Kraft diese Frauen plötzlich hatten und zwar ohne sie.

 

Echte Frauen sind ganz anders als Männer. Echte Frauen sind wild und gefährlich. Echte Frauen sind geistig viel stärker als Männer, aber auch viel sozialer. Echte Frauen machen domestizierten und dressierten Homo sapiens-Männchen Angst. Diese Erfahrung war der Sinn dieser Mann-Frau-Gruppe für die Frauen und kein Beziehungs-Gedöns.

 

Bei einer Geschlechtertrennung kann man wieder ganz Frau sein, ohne diese häufigen dämlichen oder anzüglichen Kommentare so einiger Männer, die ständig nur Leitaffe sein wollen und uns Frauen mit einer Selbstverständlichkeit sagen wollen, wie wir zu sein haben und was gut und richtig für uns ist, dass sie es selber gar nicht mehr mitbekommen, wie diskriminierend genau das ständig für uns Frauen ist.

 

Keine anzüglichen sexuellen Bemerkungen mehr, die bei Frauen den Eindruck hinterlassen, sie würden nicht als vollwertiger Mensch, sondern als reines Sexobjekt angesehen. Selbst bei der Körperpflege, wie der Saune, gibt es fast nur noch Geschlechter-Mischmasch.

 

Das hat für mich rein gar nichts Diskriminierendes an sich, dass es Bereiche gibt, in denen Frauen auch einmal unter sich sein können. Für Männer gibt es diese Bereiche ja auch, z. B. reine Männerclubs und viele Freimaurer- und sonstige Logen, wo nur Männer Mitglieder sein dürfen. Für mich sind Frauenbereiche ein Schritt zur Gleichberechtigung.

 

Es gibt in Berlin ein türkisches Frauen-Badehaus, das hauptsächlich von deutschen Frauen geführt wird. Ich habe gehört, dass es auch bevorzugt von deutschen Frauen aufgesucht wird, weil sie es in unserer Kultur vermissen, Bereiche vorzufinden, in denen sie einfach auch einmal nur unter Frauen sein können. Sie können hier ungestört ihren Körper pflegen, ohne als Sexobjekt begutachtet zu werden oder den Zwang, einen perfekten Körper zu haben.

 

Ich kann jeder Frau nur raten, es einmal ganz vorurteilsfrei auszuprobieren. Frau kann regelrecht süchtig danach werden. Gleichberechtigung hat etwas mit Menschenwürde zu tun und es ist unter der Würde der Frauen, dass sie nur dann gleichberechtigt sind, wenn sie sich wie Männer verhalten.

 

Frauen arbeiten anders

 

Ein weiterer überaus interessanter Teil dieser Mann-Frau-Gruppe war das Arbeiten. Einen Tag lang sollten Frauen still beobachten, wie Männer typische Männerarbeiten verrichten und den nächsten Tag sollten Männer still beobachten, wie Frauen typische Frauenarbeiten verrichten. Das war überaus aufschlussreich.

 

Die erste Zeit haben die Männer erst einmal miteinander verhandelt, wer das Sagen darüber hat, wer was erledigt und die halbe „Arbeitszeit“ ging mit Debattieren und Planung vorbei. Dann machte jeder recht lustlos das, wozu er von dem gewählten Leitaffen eingeteilt wurde. Es kam nicht wirklich viel dabei zustande.

 

Bei den Frauen war das völlig anders. Nachdem sie hörten, was alles getan werden muss, gingen die Frauen einfach zur Arbeit über und arbeiteten Hand in Hand, ohne ein Wort zu verlieren. Irgendwie schafften sie es, ohne Planung oder ein einziges Wort darüber zu verlieren, immer zur optimalen Zeit am optimalen Ort ihre Arbeit optimal zu erledigen. Es war fließend, es war lebendig, es wurde gescherzt und gelacht und unglaublich viel geschafft.

 

So gut, so perfekt hätte man das niemals planen können. Und was ich als besonders entspannend empfand, war die Tatsache, dass es bei der „Frauenarbeit“ keinerlei Hierarchien gab. Keine Frau sagte der anderen, was sie wie zu tun hatte und null Kritik an der Arbeit. Das war auch überhaupt nicht nötig.

 

Als ich mit einer Gruppe von Freunden einmal ein gemeinsames Haus renovierte, gab es die gleiche Erfahrung. Wir Frauen fanden uns zufällig zusammen und legten ohne ein Wort sofort los, nachdem wir wussten, was getan werden muss. Wieder lief alles Hand in Hand. Mann staunte sogar hinterher, wie viel wir in kurzer Zeit geschafft haben.

 

Was mir ganz besonders daran auffiel: Obwohl wir unglaublich viel geleistet haben, verletzte sich keine von uns und wir waren abends rein gar nicht erschöpft. Im Gegenteil – Ich fühlte mich am Ende der Arbeit wie aufgeladen, als hätte man mich an einen Dynamo angeschlossen. Obwohl sehr viel geschafft wurde, war alles ganz leicht, fließend, freundlich und heiter. Mir hat das Arbeiten richtig Freude bereitet und machte mich erfüllt und innerlich satt.

 

So stelle ich mir vor, wie die sogenannten „Trümmerfrauen“ nach dem Zweiten Weltkrieg eine Arbeitsleistung erbrachten, die damals jedermann in Erstaunen versetzte. Leider wird diese Glanzleistung wie alles Deutsche heuzutage in den Dreck getreten und entgegen aller Zeitzeugen als Mythos bezeichnet – halt zwangsfinanzierte Lügenmedien – einfach zum Kotzen!

 

Meine Großmutter und meine Mutter waren Trümmerfrauen im Ruhrgebiet und ich habe viele Fotos davon. Daher weiß ich, was sie wirklich geleistet haben. Sie haben sogar eine kleine Rente von ca. 300 € für ihre Zeit als Trümmerfrau bekommen und in Deutschland bekommt ganz bestimmt kein einziger deutscher Normalbürger Geld vom Staat für einen Mythos.

 

 

Das nächste Mal bei den gemeinsamen Renovieren unseres Hauses hatte wieder ein Mann das „Sagen“ und gab das Arbeitstempo vor, hetze uns regelrecht und ich verletzte mich und war abends total erschöpft, obwohl ich viel weniger als sonst geschafft habe. Dieses Arbeiten ließ mich kraftlos und innerlich leer zurück. Ich hatte null Freude an meiner Arbeit. Im Gegenteil – Ich empfand sie als Mühsal.

 

Auch bei der Arbeit sollte man Männer und Frauen voneinander trennen, so dass wenigstens die Frauen auch mal etwas schaffen und Freude an der Arbeit haben. Das wäre ein weiterer Schritt zur Gleichberechtigung.

 

Und so sieht die Gleichberechtigung weltweit wirklich aus:

 

  • Frauen arbeiten ganze 67 Prozent aller weltweit geleisteten Arbeitsstunden.
  • Frauen verdienen dafür nur 10 Prozent allen Einkommens weltweit.
  • Frauen besitzen winzige 1  Prozent des weltweiten Haus- und Grundbesitzes.
  • Frauen bekommen 30 – 40 Prozent weniger Lohn für den gleichen Job.
  • Nur 5 Prozent aller Regierungs- und Staatsführer sind Frauen.

 

An alle Männer, die bis hier mitgelesen haben

 

Ich fände es sehr interessant, wenn Männer sich auch einmal dazu äußern würden, wie es für sie ist, auch einmal unter sich zu sein. Ob für sie auch dieses Bedürfnis besteht. In unserer Kultur haben Männer ja immerhin noch einige Möglichkeiten mehr dazu, unter sich zu sein.

 

Was mich ganz besonders interessiert: Sind die momentanen hierarchischen Strukturen wirklich „artgerecht“ für die Männer? Wollen Männer wirklich diese hierachischen Strukturen? Fühlen sie sich wohl darin? Sind sie auch einmal gerne unter sich? Fühlen sich Männer gleichberechtigt?

 

Und nein – Ich bin rein gar kein Männerhasser. Dieses Argument kommt jedes Mal, wenn Frauen nicht so ticken, wie die Primaten unter den Männern es wollen, und zwar so sicher wie die Nazikeule, sobald man sich nicht der von den Lügenmedien vorgegebenen Meinung anschließt. Ich bin auch gerne mit Männern zusammen. Männer waren übrigens fast mein ganzes Leben lang meine allergrößte Schwäche, aber auch meine loyalsten Freunde. 😉

 

Ein weiterer Artikel von mir zu diesem Thema ist Freche Frauen leben gesünder. Empfehlenswerte Bücher zu diesem Thema sind Männer sind anders, Frauen auch, Drehbuch II. Das Mann/ Frau Buch: Die Transformation der Liebe und Ein bisschen gleich ist nicht genug!: Warum wir von Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt sind. Ein Weckruf.

11 Antworten auf Nirgendwo Geschlechtertrennung – ist das tatsächlich Gleichberechtigung?

  • Hallo,

    ich bin ja nun ein Mann. Und ich muss sagen, ich bin meistens und auch am liebsten einfach nur allein. Die meisten Frauen gehen mir genauso auf die Nerven wie die Männer. Aber damit sich das ein bisschen aufhebt, mag ich eigentlich doch ab und an gemischte Gesellschaft. Aber auf Distanz. Also ich genieße es, wenn in einem Café etwa beide Geschlechter vertreten sind. Es ist einfach vielfältiger so – und das ist für mich ein überaus wichtiger Maßstab. Übrigens gehe ich auch in die Sauna am liebsten an gemischten Tagen. Warum? Weil mir die Männer, die an Tagen nur für Männer die Sauna aufsuchen, wahnsinnig auf den Keks gehen.

    Aber sicher hast Du aus Deiner Perspektive recht, ich kann das schon irgendwie nachvollziehen. Nur möchte ich selbst nicht mit anderen Männern zusammen gesperrt werden. Das war ich schon einmal, 18 Monate lang bei einer Armee – und das war für mich ein Grauen!

    Kennst Du übrigens den Essay „Die Menschheit, Phase 2“ von Michel Houellebecq (Interventionen, S. 132 ff.)? Er ist kurz, aber vielleicht in diesem Zusammenhang ein Überdenken wert.

    Viele Grüße:
    Caspar

    • Danke Caspar,

      für das Teilen deiner Sichtweise. Ich bin auch sehr gerne allein. Die Menschheit, Phase 2 wurde mir schon mehrmals wärmstens empfohlen. Leider habe ich momentan keine Zeit für’s Lesen.

      Es ist auch interessant, dass die Männer die Geschlechtertrennung überhaupt nicht als angenehm empfinden. Woran könte das liegen?

      Viele Grüße
      Petra

  • Toller Artikel, danke. Den les ich in aller Ruhe nochmal. Gefällt mir wirklich gut und berührt mich innerlich.

    LG Claudia

  • Hallo Caspar,
    kann man „Die Menschheit, Phase 2“ auch irgendwo im Netz lesen?

    Liebe Petra,
    meine Ansicht: die Männer suchen die Mütter und nicht nur sie, auch wir suchen die Mütter. Die wahre, echte Mutter, die uns gesellschaftlich-systembedingt vorenthalten wird, leiblich, aber auch als ursprünglich matriarchal-schöpferische Göttin, neben dem heute herrschenden patriarchalen Gott-Vater, dem Alleinherrscher. In unseren Zellen jedoch, steckt die Ur-Erinnerung an die Mutter-(Göttin). Gender, Feminismus, Gleichstellung, Emanzentum etc. waren Krücken auf dem Weg … ja, auf welchem? In eine künstlich, synthetische, gefühllose, mutterlose, naturlose, alchemistische, trennende, spaltende, kontrollierende, leblose … Welt

    Bewegte und nachdenkliche Grüße
    Claudia

    • Liebe Claudia,

      ich denke, dass tatsächlich Frauen auch einmal aus diesem System Herrschaft/Knechtschaft, das aus dem männlichen Anteil stammt, heraustreten müssen, um genau das zu erfahren, was du oben beschrieben hast. Wie es bei Männern ist, können nur sie beurteilen.

      Meine Tochter hat überhaupt kein Problem mit dem Frau sein, weil sie artgerecht aufgewachsen ist. Sie wurde als Säugling den ganzen Tag am Körper getragen, bis sie schon sehr früh laufen konnte. Sie wurde auch gestillt, bis sie Zähne bekam. Die Mutterbrust liegt in der Höhe des Herzens und da kommt einiges mehr heraus, als nur Milch. Sie hat so gut wie nie als Baby geschrien. Ich war immer für sie greifbar. Nachts hat sie auf meiner Brust geschlafen, bis sie ihr eigenes Bett wollte. Meine Tochter wurde von beiden Elternteilen bedingungslos geliebt. Sie ging zwar morgens in den Kindergarten, aber weil sie es so wollte, weil ihre Spielkameraden alle dort waren. Sie wurde weder geschlagen, noch beschimpft oder getadelt. Sie wurde rein durch Vorleben und Einsicht erzogen.

      Meine Tochter wird jetzt 23 Jahre alt und ich bin noch niemals jemanden begegnet, der so glücklich und erfüllt durch’s Leben geht und auch noch so selbstverständlich, als wäre es die Regel. Sie ist ganz Frau, total weiblich und alle Männer sind total verrückt nach ihr. Ich war für sie genau die Mutter, die ich mir so sehr für mich selbst gewünscht habe und war froh, dass ich besagte Mann-Frau-Gruppe vor ihrer Geburt gemacht habe. Ich war zu dieser Zeit mit ihr schwanger.

      Ich habe gerade vorgestern von einem Freund erfahren, dass sein Freund das Buch Phase 2 geschrieben hat, der widerum die Geschichte von einem anderen Freund aufgeschrieben hat. Daher hatte ich auch schon zum zweiten Mal davon gehört. Man soll es auf seiner Webseite, Name des Autors habe ich vergessen, kostenlos herunterladen können. Nur die gebundenen Ausgaben sollen kostenpflichtig sein.

      Ganz liebe Grüße
      Petra

  • Das hört sich sehr gut an, mit deiner Tochter. Da hatte sie ja richtig Glück mit der Mutter :-)Leider sind das wohl noch Ausnahmen, die sich hoffentlich zunehmend häufen. Ein Umdenken ist im Gang und beginnt die Menschen zu erfassen.

    Ich hab nur diese Seite zum Autor gefunden, allerdings ohne lesbare Texte.
    http://www.houellebecq.info/deutsch.php

    Ich geh noch weiter auf Findung 😉

    LG Claudia

  • Hallo,

    ich denke, es ist alles auch eine Frage der konkreten Alters, und dann ist manches auch nicht so schwer zu erklären: Warum Frauen, aber Männer nicht und so. … Die Autoren des Buches „Jedes Jahr jünger“ widmen dieser Frage einen ganzen Abschnitt: Frauen in den 50ern und 60ern ihres Lebens entdecken sich oft gegenseitig, sie kreieren Frauengruppen und genießen das über alle Maßen. Es ist gewiss auch einer der Gründe, aus denen heraus sich ja einige Jahre länger leben als ihre Männer, denn warmer, verständnis-, liebevoller sozialer Kontakt ist nun einmal ein stark lebensverlängernder Faktor. Frauen haben sowieso (genetisch bedingt) eine höhere soziale Intelligenz als Männer: Sie sind besser in der Lage, soziale Kontakte aufzubauen, zu halten, auch über Widrigkeiten hinweg geduldig zu pflegen usw. (ich meine, das ist aus verschiedenen Gründen existenziell wichtig, vor allem für ihre Rolle als Mutter, wo sich das zunächst auch am deutlichsten niederschlägt).

    Nur ist die Entfaltung dieser Gabe bei Frauen untereinander lange Zeit blockiert durch ihre Konkurrenz (um die Männer hauptsächlich, ebenso verständlich). Mit und nach der Menopause tritt dieses Motiv natürlicherweise aber zurück. Nicht mehr die Fortpflanzung, sondern das eigene (Über-)Leben rücken nun in den Mittelpunkt. Und dafür sind Frauengemeinschaften eben geradezu ideal.

    Dass das bei Männern anders ist, ist evident. Ohnehin sozial nicht so begabt, verlieren sie auch erst sehr viel später das Fortpflanzungsvermögen und das (möglicherweise auch unbewusste bzw. nicht bewusst verfolgte) -interesse. Trotzdem gibt es natürlich auch Männerbünde schon lange vorher: Fußballvereine, Kegelklubs, Jagdgemeinschaften oder – noch unangenehmer, wie ich finde – rechtsradikale Gruppen, deren Genese bekanntlich auch elementar aus Frauenmangel heraus erklärt wird.

    Also, ich selbst gucke mir – wie gesagt – im Leben lieber Frauen an, obwohl ich sie – weiß Gott – nicht für die besseren oder an sich interessanteren Menschen halte (eher im Gegenteil). Meine wirkliche, tiefere, aus empfundener „Ähnlichkeit“ (der Probleme?) heraus geborene Liebe gehört tatsächlich Männern: Montaigne, Vauvenargues, Bach, Mozart, Goethe, Novalis und vielen anderen, darunter übrigens u.a. auch Michel Houellebecq. Persönlich begegnen möchte ich aber eigentlich keinem von Ihnen, auch wenn das möglich wäre. Ja, da fehlt etwas, ich weiß. Denn der unmittelbare persönliche Kontakt, von dem Petra hier schreibt, den man in Frauengruppen ab einem bestimmten Alter offenbar so angenehm erleben kann, ist natürlich doch das Höchste.

    Nein, bessere Menschen sind Frauen gewiss nicht,aber vielleicht potentiell die glücklicheren?

    Viele Grüße:
    Caspar

    • Wow, sehr interessant Caspar,

      das mal von der Sicht eines Mannes zu sehen. Ich sehe auch nicht so, dass es ein besseres und ein schlechteres Geschlecht gibt, obwohl ich dankbar dafür bin, als Frau geboren zu sein und so Leben in diese Welt bringen durfte. Übrigens war das Alter der damaligen Gruppe von 18 – 65, mehr als 80 Prozent zwischen 18 und 30.

      Viele Grüße
      Petra

      • Hallo Petra,

        in den vom Alter her gemischten Gruppen kommt zu dem schon Angedeuteten – was keine speziell männliche, sondern eher eine biologische Perspektive darstellt – wohl vor allem eine Mutter-Tochter-Suche hinzu. Das ist gewiss sehr belebend, wie überhaupt die Altersmischung normalerweise sehr belebend und befriedigend sein kann. Viel seltener dürften dagegen solche Frauengruppen sein, deren Mitglieder sich nur im Alter zwischen 18 und 30 Jahren bewegen (es sei denn, sie haben aus irgendwelchen Gründen die Männersuche schon aufgegeben). In diesem Alter, das kann man in der Gesellschaft gut beobachten, fühlen sich die Frauen grundsätzlich wohler, angeregter, wenn die entsprechende Zielgruppe an jungen Männern irgendwie präsent bleibt. Ich nehme unter diesem Aspekt gern das Sozialverhalten der Studentinnen und Studenten an der Universität wahr und bin mir deshalb ziemlich sicher. Hättest bzw. hast Du Dich nicht selbst in diesem Alter (noch ohne Mann und Kind) in einer abgeschlossenen gleichaltrigen Frauengruppe eher deplatziert gefühlt?

        Viele Grüße:
        Caspar

        • Hallo Caspar,

          deshalb waren ja gerade die jungen Frauen total verwundert, dass sie sich so viel wohler von den Männern getrennt fühlten. Ich war auch gerade einmal 29 Jahre alt damals und hochschwanger. Zuvor konnte ich es schon sehr genießen, nur mit Frauen zusammen zu sein, obwohl ich weder Partner noch Kind hatte. Das war übrigens die schönste Zeit meines Lebens, im Alter von 28 – 29 Jahren, in der ich viel Spass mit meinen gleichaltrigen Freundinnen hatte. Wir haben uns bei jeder Gelegenheit getroffen. Kaum war ein Mann in meinem Leben, wollte er gleich wieder mein Leitaffe sein.

          Mit 30 war ich dann immer zusammen in Frauengruppen unterwegs. Dass einigen Frauen die Männer fehlen, erlebe ich erst jetzt in einer Gruppe von Freundinnen ab 50 Jahren. Die haben echt Probleme, weil sie befürchten, keinen mehr zu finden und schmeißen sich dann wirklich jedem an den Hals.

          Ich genieße es allerdings sehr, allein zu leben. Aber das habe ich auch schon im Alter von 28 Jahren geliebt. Ich habe vor 5 Jahren Rückschau auf mein ganzes Leben gehalten und mich erschreckt, dass die einzigen schönen Zeiten in meinem Leben genau dann waren, als ich ohne Partner war. Dann habe ich mich entschieden, allein zu bleiben.

          Viele Grüße
          Petra

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